
Medizinisches Cannabis gegen Krankheiten: Dabei hilft es!
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Die Folge vieler Krankheiten sind lästige Schmerzen oder Nebenwirkungen wie Schlafstörungen und Unwohlsein. Medizinisches Cannabis wird seit März 2017 verwendet, um Krankheitssymptome zu reduzieren. Gegen welche Krankheiten medizinisches Cannabis helfen kann, das haben wir dir in diesem Blog einmal aufgelistet. Viel Spaß beim Lesen!
Medizinisches Cannabis ist im Grunde genommen dasselbe wie das Cannabis, das du vielleicht aus anderen Kontexten kennst – allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Es wird speziell für medizinische Zwecke eingesetzt.
Cannabis, auch bekannt als Marihuana, ist eine Pflanze, die schon seit Tausenden von Jahren genutzt wird. Ursprünglich in der traditionellen Medizin, später auch für Genusszwecke.
Die Pflanze enthält über 100 verschiedene Cannabinoide – das sind chemische Verbindungen, die auf verschiedene Weise auf den Körper wirken können. Zwei der bekanntesten Cannabinoide sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).
THC ist hauptsächlich für die psychoaktiven Effekte verantwortlich. Es ist der Stoff, der das bekannte „High“ verursacht. Aber es hat nicht nur psychoaktive Eigenschaften! THC wird auch wegen seiner schmerzlindernden und appetitsteigernden Wirkung in der Medizin geschätzt.
CBD hingegen ist nicht psychoaktiv und hat eine ganze Reihe von potenziell positiven Effekten auf den Körper, ohne dass du „high“ wirst. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System deines Körpers und kann beruhigend und entzündungshemmend wirken.
Es gibt Hinweise darauf, dass CBD die psychoaktiven Effekte von THC abschwächen kann, was besonders bei der therapeutischen Anwendung von Cannabis interessant ist. Dadurch lässt sich das Verhältnis von THC zu CBD in medizinischen Cannabisprodukten gezielt anpassen, um die gewünschten Wirkungen zu maximieren und unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren.
Was passiert, wenn ich medizinisches Cannabis einnehme? Hier kommt die Wissenschaft ins Spiel.
Unser Körper hat ein sogenanntes Endocannabinoid-System (ECS) . Das ist ein Netzwerk von Rezeptoren, die überall im Körper verteilt sind – im Gehirn, im Immunsystem, im Verdauungstrakt und an vielen anderen Orten. Das ECS spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Dingen wie Schmerz, Stimmung, Appetit und Schlaf.
Wenn du THC einnimmst, bindet es sich an bestimmte Rezeptoren im ECS, vor allem an die CB1-Rezeptoren im Gehirn. Das kann zu einer Vielzahl von Effekten führen, wie z. B. Schmerzreduktion, Entspannung, aber eben auch zum Gefühl des „High“-Seins.
Interessanterweise beeinflusst THC auch den Belohnungsweg im Gehirn, was zu einer gesteigerten Ausschüttung von Dopamin führt – dem „Glückshormon“, das für das Gefühl von Euphorie verantwortlich ist. Das macht es besonders wirksam bei der Behandlung von chronischen Schmerzen und psychischen Belastungen.
CBD interagiert anders mit dem ECS. Es blockiert nicht die CB1-Rezeptoren, sondern moduliert das System, was bedeutet, dass es eher eine ausgleichende Wirkung hat.
Dadurch können Schmerzen, Entzündungen und Ängste gemildert werden, ohne dass die psychoaktiven Effekte von THC auftreten. Zudem scheint CBD eine schützende Wirkung auf das Nervensystem zu haben, was es besonders interessant für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen macht.
Medizinisches Cannabis kann gegen eine Vielzahl von Krankheiten unterstützend wirken und dabei einige unangenehme Symptome lindern. Seit März 2017 wird Cannabis in der Medizin verwendet und seit der Legalisierung im April 2024 ist medizinisches Cannabis für eine Vielzahl von Menschen zugänglich.
Die Liste der Krankheiten und Symptomen, bei denen Cannabis unterstützen kann, ist lang. Wir haben hier einige aufgelistet, bei denen eine Cannabis Therapie am häufigsten angewendet wird:
Stressige Momente kennen sicherlich alle. Manchmal werden diese Momente zu längeren Stressperioden, wodurch sich Angstzustände entwickeln können. Das Gefühl von Stress und Angst kann einen sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben stark einschränken.
CBD spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, Stress zu reduzieren. Da CBD entspannend auf den Körper wirkt, kann es dem Körper helfen, runter zu fahren und den Stress ein wenig abzulegen.
Schlafen ist für viele ein Zustand der Entspannung und des Wohlbefindens. Für einige ist schon der Gedanke an Schlafen der reinste Horror. Egal ob einschlafen oder durchschlafen, es gibt viele Menschen, die Probleme damit haben.
Wir bereits erwähnt, wirkt CBD entspannend auf den Körper. Dies kann auch dazu führen, dass es einem leichter fällt, einzuschlafen und das Gedankenchaos währenddessen etwas zu minimieren.
Rund um das Thema Depressionen gibt es immer mehr Aufklärung und es wird immer offener darüber gesprochen. Und trotzdem ist es ein sehr belastendes Thema. Häufig fühlen sich Menschen gegen Depressionen machtlos.
Die Cannabinoide im Cannabis besitzen eine antidepressive Wirkung und unterstützen zudem das Endocannabinoid-System.
In Kombination mit einer Behandlung von Depressionen und wenn weitere Hilfe in komplementärer Weise gesucht wurde, können für Depressionen charakteristische Symptome wie Angst, Stress, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen durch Cannabis minimiert werden. Dies kann zu einem allgemein besseren Wohlbefinden führen.
Kopfschmerzen können in verschiedenen Momenten auftauchen und dann stellt man sich typischerweise immer dieselben vier Fragen - Hab ich genug gegessen? Hab ich genug getrunken? Bin ich verspannt? Wie sieht es mit dem Wetter aus?
Doch es gibt Kopfschmerzen, bei denen die Ursache unbekannt ist und die auch viel stärker sind als herkömmliche Kopfschmerzen - die lästige Migräne .
Einige Anwender berichteten, dass bei der kurzfristigen Nutzung von medizinischem Cannabis die Schmerzintensität geringer wurde. Bei einer langfristigen Nutzung zeigte sich, dass Cannabis sowohl den körperlichen als auch den psychischen Gesundheitszustand dauerhaft verbessert hat.
Cannabis wird zunehmend auch als mögliche Behandlung bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) diskutiert.
Insbesondere CBD könnte aufgrund der beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften bei der Linderung von Symptomen wie Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten und Impulsivität helfen.
Während andere Medikamente wie Stimulanzien häufig Nebenwirkungen haben, bietet Cannabis eine natürliche Alternative, die das Endocannabinoid-System beeinflusst und so die Stimmung und Aufmerksamkeit regulieren kann.
Einige Betroffene von ADHS berichten, dass medizinisches Cannabis ihnen hilft, sich besser zu fokussieren und innere Ruhe zu finden.
Monatlich werden viele Frauen mit Periodenschmerzen überrannt. Vieles ist dabei dann einfach nicht möglich und man sehnt sich nur nach einer Wärmflasche und den Lieblingssnacks. Doch man möchte ja nicht eine Woche jeden Monat seinen Schmerzen hingeben - zumal die Schmerzen oft auch unerträglich sind.
Medizinisches Cannabis kann entzündungshemmend und schmerzstillend wirken und dazu beitragen, die Menstruationsschmerzen deutlich zu verringern.
Multiple Skleros (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem angreift und zu Symptomen wie Muskelkrämpfen, Schmerzen, Spastik und Müdigkeit führt.
Insbesondere THC und CBD in Kombination können helfen, die Muskelspastik zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
Viele MS-Patienten berichten, dass Cannabis ihnen hilft, ihre Beweglichkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern, indem es die Schwere der Symptome verringert und den Schlaf verbessert.
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu wiederkehrenden, unkontrollierten Anfällen kommt, die durch abnormale elektrische Aktivität im Gehirn verursacht werden. Diese Anfälle können unterschiedliche Formen annehmen, von kurzen Bewusstseinsstörungen bis hin zu schweren Krampfanfällen.
Epilepsie tritt meist unerwartet auf und ist für viele Patienten eine gewaltige Einschränkung.
Cannabis, insbesondere das Cannabinoid CBD , hat sich als wirksam bei der Behandlung von Epilepsie erwiesen, insbesondere bei schweren Formen wie dem Dravet-Syndrom und dem Lennox-Gastaut-Syndrom , die auf herkömmliche Medikamente oft nicht ansprechen.
CBD kann die Häufigkeit und Schwere von Anfällen deutlich reduzieren, indem es das Endocannabinoid-System im Gehirn beeinflusst, das eine Rolle bei der Regulierung von neuronaler Erregbarkeit spielt.
Tourette ist eine neuropsychiatrische Erkrankung und kommt häufiger bei Männern bis zum 18. Lebensjahr vor. Eine Person mit Tourette hat dabei sogenannte Ticks wie Augenblinzeln, Husten, Räuspern, Schnupfen, Gesichtszuckungen und andere Bewegungen, die sie nicht kontrollieren können.
Medizinisches Cannabis kann Tourette nicht heilen, wirkt jedoch sehr gut begleitend. Die Cannabinoide können dabei helfen, die ungewollten Bewegungen, muskuläre Probleme, Stoffwechselprobleme und Depressionen zu minimieren.
Spastiken sind unfreiwillige Muskelkrämpfe, die echt unangenehm sein können. Sie werden durch eine Störung im Gehirn oder im Rückenmark verursacht. Durch die Muskelverspannungen kann es zu Starrheit und Verkürzung der Muskeln kommen, wodurch gewisse Bewegungen und Funktionen wie Schlucken und Sprechen eingeschränkt werden.
Studien haben gezeigt, dass Cannabinoide dabei helfen können, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Dadurch wird die Starrheit reduziert und Schmerzen gelindert.
Wenn Personen aufhören, Suchtmittel zu konsumieren, kann es zu Entzugserscheinungen kommen. Der Körper durchlebt eine Reihe von physischen sowie psychischen Reaktionen wie Angstzustände und Panik.
Die Cannabinoide in medizinischen Cannabis können gegen Entzugserscheinungen helfen und Angst, Stress sowie Unwohlsein vermeiden. Es hilft zudem zur Bekämpfung der Abhängigkeit von Benzodiazepinen, Opiaten und Alkohol.
Vielleicht hast du es schon mal mitbekommen, dass sich ältere Personen nicht mehr daran erinnern können, gewisse Dinge vor 5 Minuten schon einmal gesagt zu haben oder dass sie nahestehende Personen nicht mehr erkennen. Das sind die Folgen von Alzheimer.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass CBD entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften besitzt, die helfen könnten, die Gehirnzellen vor dem Absterben zu schützen.
Bei Alzheimer kommt es zu einer Ansammlung von sogenannten Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn, die für den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen verantwortlich gemacht werden. Studien zeigen, dass sowohl CBD als auch THC die Bildung dieser Ablagerungen verringern und somit den Krankheitsverlauf verlangsamen könnten.
Parkinson ist eine Erkrankung, die hauptsächlich das Nervensystem angreift. Die Krankheit ist durch das Absterben von Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn gekennzeichnet, was zu Symptomen wie Zittern, Steifheit und Bewegungsstörungen führt.
CBD kann möglicherweise helfen, diese Symptome zu lindern, indem es entzündungshemmend und neuroprotektiv wirkt, also die Nervenzellen schützt. Zudem kann THC die motorischen Symptome verbessern, indem es Muskelsteifheit und Zittern reduziert.
Cannabis wird zunehmend als ergänzende Therapie bei der Behandlung von Krebs erforscht. Vor allem zur Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit, die häufig durch die Krankheit selbst oder durch Chemotherapien verursacht werden.
THC und CBD können Schmerzen effektiv lindern und helfen, Übelkeit zu reduzieren, was besonders für Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, von Vorteil ist.
PTBS ist eine psychische Gesundheitsstörung, die eine Folge von traumatischen Erfahrungen sein kann. Dabei können Erfahrungen wie Krieg, sexueller Missbrauch, Naturkatastophen oder schwere Unfälle zu PTBS führen.
Symptome sind meist intensive Ängste, das Wiedererleben traumatischer Ereignisse, Schlafstörungen und die Schwierigkeit, sich in sozialen Situationen wohlzufühlen.
CBD und THC können dazu beitragen, Symptome wie Angst, Schlafstörungen und belastende Erinnerungen zu lindern. THC kann die emotionale Intensität von belastenden Erinnerungen verringern, während CBD eine beruhigende Wirkung hat, die Angstzustände und Unruhe mindern kann.
Viele Betroffene berichten, dass Cannabis ihnen hilft, besser zu schlafen und ihre Symptome insgesamt besser zu bewältigen, wodurch sich ihre Lebensqualität verbessert.
Medizinisches Cannabis bietet eine vielseitige Unterstützung bei der Behandlung zahlreicher körperlicher und psychischer Erkrankungen. Die Wirkstoffe THC und CBD zeigen in vielen Fällen positive Effekte, sei es bei der Linderung von Schmerzen, der Reduzierung von Entzündungen oder der Verbesserung des psychischen Wohlbefindens.
Besonders bei schwer behandelbaren Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose oder PTSD kann Cannabis eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen Therapie sein und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern.
Trotz seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten sollte die Nutzung immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und Risiken zu minimieren.
Medizinisches Cannabis enthält Wirkstoffe wie THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), die an das Endocannabinoid-System im menschlichen Körper andocken. Dieses System reguliert verschiedene Prozesse, darunter Schmerzempfinden. THC hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften, während CBD als entspannend und entzündungshemmend gilt, ohne psychoaktive Effekte zu verursachen.
Medizinisches Cannabis wird häufig bei chronischen Schmerzen eingesetzt, etwa bei neuropathischen Schmerzen, die durch Nervenschäden verursacht werden, bei Schmerzen durch rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie, Multipler Sklerose oder Krebs. Es kann auch bei Schmerzen, die auf herkömmliche Medikamente nicht ausreichend ansprechen, hilfreich sein.
Es gibt verschiedene Formen, in denen medizinisches Cannabis eingenommen werden kann, darunter Blüten zum Verdampfen, Öle, Kapseln, Tinkturen oder essbare Produkte wie Gummies. Die Einnahmeform hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Verschreibung des Arztes ab.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Schwindel, trockener Mund und bei THC-haltigen Produkten ein Rauschgefühl oder Euphorie. In seltenen Fällen können Angstzustände oder Paranoia auftreten. CBD hingegen verursacht weniger Nebenwirkungen und hat keinen psychoaktiven Effekt.