
Wer bekommt medizinisches Cannabis auf Rezept?
|
|
Lesezeit 6 min
|
|
Lesezeit 6 min
Fragst du dich, ob auch du medizinisches Cannabis auf Rezept bekommen kannst? Damit bist du nicht allein. Cannabis wird immer populärer und die Wege, es zu beschaffen, sind vielfältig. Genauso unterschiedlich sind die Richtlinien, die für Freizeitcannabis und medizinisches Cannabis gelten. Lese weiter, um herauszufinden, ob auch du Cannabispatient werden kannst und du deine Lebensqualität mithilfe der Hanfpflanze verbessern kannst. Eins im Voraus: es ist leichter, als du denkst…
Der Name ist verräterisch – Medizinisches Cannabis, auch als Medizinalcannabis bekannt, verfolgt ein medizinisches oder therapeutisches Ziel, von dem auch du möglicherweise profitieren kannst. Doch dazu später mehr. Schauen wir uns zuerst an, was medizinisches Cannabis genau ist und wie es sich von “normalem” Cannabis unterscheidet.
Anders als Freizeitcannabis, auch gerne Weed, Gras, Marihuana oder einfach Cannabis genannt, ist medizinisches Cannabis nur auf Rezept erhältlich – seit der Teil-Legalisierung im Mai 2024 ist das sogar online möglich. Weitere Unterschiede findest du in Richtlinien zu Anbau und Besitz.
Was beide Arten aber gemeinsam haben, ist ihr Ursprungsort, die weibliche Hanfpflanze.
Wenn du Cannabis selbst anbaust oder kaufst, achtest du sicherlich darauf, dass dein Weed pestizid- und schadstofffrei ist. Du legst Wert auf Potenz und lagerst es dementsprechend. Dein Ziel: Entspannung und High sein – eine gute Zeit haben.
Der Anbau und das Ziel von medizinischem Cannabis ist von Beginn an anders definiert:
Der komplette Anbauprozess wird in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) engmaschig kontrolliert, um verlässlich hochwirksames Cannabis zu züchten, dass je nach Sorte exakt aufeinander abgestimmt Mengen an CBD, THC, Flavonoiden und Terpenen enthält.
Je nach Diagnose kann so eine optimale Sorte eingesetzt werden.
Seit der Teil-Legalisierung darfst du maximal 3 Hanfpflanzen für den privaten Gebrauch zu Hause anbauen und maximal 50 g für den privaten Gebrauch besitzen. Achtung: Mit dir führen darfst du nur 25 g.
Bei medizinischem Cannabis sieht das anders aus: Pro Rezept können bis zu 30 g Medizinalcannabis verschrieben werden. Pro Monat können insgesamt maximal 100 g verschrieben werden. Wenn du unterwegs bist, darfst du mehr als 25 g bei dir tragen. Wir empfehlen dir, immer eine Kopie vom Rezept dabei zu haben, um dich – solltest du kontrolliert werden – als Cannabispatient ausweisen zu können.
Medizinisches Cannabis bekommst du auf Rezept, wenn ein Arzt bestätigt, dass Cannabis bei deinen Symptomen oder deiner Erkrankung dein Leben verbessern würde.
Bis zur Teil-Legalisierung war es viel schwieriger, Cannabis auf Rezept zu bekommen. Nur Personen, die unter einer schweren und ernst zu nehmenden Erkrankung litten oder unter Symptomen, bei denen andere Medikamente versagten, durften von Cannabis als Medikament profitieren. Es war offiziell als Betäubungsmittel gelistet – schön, dass sich das geändert hat und durch die Jahrtausende alten Heilpflanze das Leben vieler Menschen, zum Beispiel deins, verbessern kann.
Die Wirkstoffe CBD und THC der Hanfpflanze haben eine hohe Affinität zu den CB1- und CB2- Rezeptoren im Endocannabinoidsystem des Zentralen Nervensystems. Während die CB1-Rezeptoren im Gehirn und Rückenmark sitzen und die Wahrnehmung, emotionale Stimmung, Koordination von Bewegungen und das Empfinden von Schmerz steuern, befinden sich die CB2-Rezeptoren im peripheren Nervensystem. Dort steuern sie das Immunsystem und sind verantwortlich für Entzündungsprozesse.
Das Zusammenwirken der Wirkstoffe an den beiden Rezeptoren macht deutlich, wo und wie Medizinalcannabis wirken kann:
Bei Schmerzen wird zwischen chronischen und akuten Schmerzen, zum Beispiel nach einer Verletzung oder Operation, unterschieden. Medizinisches Cannabis wird gerne und erfolgreich bei dauerhaften, also chronischen Schmerzen wie beispielsweise Rückenschmerz, Arthrose oder auch Migräne eingesetzt.
Medizinalcannabis kann ein Wundermittel in der Behandlung von Depressionen oder Angststörungen sein. Aber auch, wenn du unter Schlafstörungen oder Antriebslosigkeit durch zu viel Stress oder negative Gedankenkreisen leidest, kann medizinisches Cannabis dir Abhilfe schaffen. Nach belastenden Lebensereignissen, die dein psychisches Wohlbefinden angeknackst haben, kann medizinisches Cannabis dein Leben entspannen und wieder zum Positiven wenden, dich zurück in die Lebensfreude katapultieren. Durch die entspannende Wirkung wirkt Cannabis mentaler und körperlicher Entspannung entgegen, Energien, Gedanken können wieder fließen.
Besonders die Beschwerden und der Verlauf bei Multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis können durch Medizinalcannabis positiv beeinflusst werden. Andauernde Schmerzen und Entzündungsverläufe können gestoppt oder verlangsamt werden. Dadurch wirst du wieder beweglicher, du fühlst dich entlastet und spürst wieder mehr Lebensfreude.
Erfolgreich wird medizinisches Cannabis bei Parkinson oder auch Epilepsie eingesetzt. Die Frequenz und Intensität der Anfälle kann reduziert werden, ständiges Zittern und die Muskelsteifheit bei Parkinson kann reduziert werden. Es gibt sogar Studien, die besagen, dass Cannabis gegen Alzheimer Demenz wirken kann.
Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn kann medizinisches Cannabis, auch laut neuen Studien der Freien Universität Berlin , Abhilfe schaffen. Die stark entzündungshemmende Wirkung dann im Magen und Darm wahre Wunder vollbringen.
Nicht ganz so heftig bei dir? Auch bei Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kann dir Cannabis helfen und deinen Verdauungstrakt wieder entspannen.
Während der sowieso schon schlimmen Belastung einer Krebserkrankung und Therapie, leiden Krebspatienten oft unter therapie- und krankheitsbedingten starken Schmerzen, Appetitlosigkeit, starker Übelkeit, Schlaf- und Antriebslosigkeit. Eine israelische Studie bestätigt die positive Wirkung von Cannabis auf Krebspatienten. Bei knapp 96 % hat sich der Zustand durch Cannabis verbessert. 1)
Neben vielen Indikationen für Cannabis auf Rezept gibt es auch ein paar Ausschlusskriterien, die wir dir hier vorstellen. In der Beantragung deines elektronischen Rezepts sei ehrlich dir und dem Arzt gegenüber, um mögliche Nebenwirkungen für dich auszuschließen.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit
Vergangene oder bestehende Suchterkrankungen
Chronische Herzerkrankungen
Atemnot generell oder als Symptom einer anderen Erkrankung
Negative oder unangenehme Erfahrungen mit Cannabis in der Vergangenheit
Schwere Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen
Kinder und Jugendalter
Wenn du dir unsicher bist, ob Cannabis für dich eine gute Wahl ist, sprich am besten offen mit deinem Hausarzt über deine Wünsche oder auch Sorgen.
Es darf auch leicht sein. Ein Rezept für medizinisches Cannabis zu bekommen, war noch nie so einfach. Seit Mai 2024 kannst du online ein Rezept beantragen – und bei uns sogar ohne einen Online-Arzttermin.
In Kooperation mit Ärzten und einer Apotheke ist der Ablauf unkompliziert und schnell:
Fülle den Anamnesebogen gewissenhaft aus.
Bezahle die Rezeptgebühr.
Bezahle den Betrag deiner Bestellung an die Apotheke.
Empfange dein medizinisches Cannabis via Postbote.
Bei Fragen schau dir unbedingt die detaillierte Step by Step Anleitung an – danach hast du keine Fragen mehr.
Seit Jahrtausenden wird Cannabis in verschiedenen Kulturen weltweit als Heilmittel angewendet. Seit Mai 2024 ist es in Deutschland als medizinisches Cannabis auf Rezept erhältlich. Das erfreut nicht nur uns, sondern auch viele Menschen, die unter chronischen Schmerzen, psychischen Belastungen oder anderen Erkrankungen leiden, die die Lebensqualität stark beeinflussen. Die Teil-Legalisierung macht es zu einer vielversprechenden Alternative für herkömmliche Arzneimittel. Ein Rezept kannst du jetzt einfach und entspannt online beantragen.
Was denkst du? Kommt medizinisches Cannabis auch für dich infrage?
Medizinisches Cannabis wird häufig bei chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Übelkeit durch Chemotherapie, Epilepsie, Morbus Crohn und weiteren schweren Erkrankungen eingesetzt.
Grundsätzlich darf jeder approbierte Arzt medizinisches Cannabis verschreiben, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Es gibt keine festgelegte Altersgrenze, aber in der Praxis wird Cannabis in der Regel nur bei erwachsenen Patienten verschrieben.
In bestimmten Fällen, wie bei PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung), kann medizinisches Cannabis eine Option sein.
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0758-8908.pdf